Horrorwaty - DER TRAILER

Sommermädchen 2009: Bikinis vor die Säue geworfen

Sonntag, 5. Juli2009 | Von Christoph Holowaty | Rubrik: Backstage

ProSieben hat mit “Sommermädchen 2009″ Bikinigirls vor die Säue geworfen: Nur 930.000 Zuschauer konnten sich am Samstag für das Debut der Castingshow rund um 16 Strand-Girls und deren Beach-Games begeistern. Da muss sich ProSieben einfach mißverstanden fühlen. In Wahrheit war das kein Casting, sondern die fast perfekte Realsatire. Hoffen wir doch…

Heute müssen wir das Haupt tief zu Boden neigen und uns endlich einmal bei ProSieben in Demut und Anerkennung aus tiefstem Herzen bedanken. Das Debut von “Sommermädchen 2009″ am Samstag war die mit Abstand beste Comedy, die wir seit langen gesehen haben. Zwar ganz offenbar vom Sender völlig unfreiwillig produziert, aber entscheidend ist ja, was hinten raus kommt.

Was war eigentlich geschehen? Nachdem sämtliche Masquerades, TopCuts, Mission Hollywoods und Promi-Kuppel-Shows vom Fahrwasser des Erfolges von Deutschland sucht den Superstar und Germany´s Next Topmodel weggespült wurden, hatte ProSieben eine zündende Idee: Man castet nicht etwa die besten Models, Schauspieler, Sänger, Friseure oder Männer fürs Leben, sondern etwas gänzlich Undefinierbares: Das “Sommermädchen 2009″.

Sommermädchen 2009: 16 Girls kämpfen um den Titel, der Off-Sprecher ringt zeitweise mit der Fassung. Foto: ProSieben

Sommermädchen 2009: 16 Girls kämpfen um den Titel, der Off-Sprecher ringt zeitweise mit der Fassung. Foto: ProSieben

Das Faszinierende daran ist ja, dass keiner wirklich weiß, was das “Sommermädchen 2009″ eigentlich ist. Offenbar wird ein Zwischending aus Baywatch-Babe für Pauschaltouristen und ausbeutungswilligem Funkenmariechen gesucht. Es soll um Strandspiele gehen. Beworben haben sich Ex-Missen, Hostessen, Party-Girls, Träumerinnen. Kandidatin Nora ist resistent gegen die vorprogrammierte Ziellosigkeit im Bikini, sie spricht bereits offen vom Titelgewinn. “Ich weiß dass ich das Potenzial dazu habe, Sommermädchen zu sein, ich hab nichts dabei außer meinen Willen und ich will´s wirklich versuchen.” sagt sie in die Kameras.

Ausschnitte aus dem Casting klären den Zuschauer auf, wie die Moderatoren Charlotte Engelhardt und Steven Gätjen die 16 Teilnehmerinnen aus 300 vorausgewählten Girls ermittelt haben. Nina legt einen Spagat hin, und ist weiter, Isabell zeigt ihren wenigstens noch durch ein knappes Bikini-Oberteil verhüllten Busen, und Charlotte findet sie “toll”. Andere sind -warum auch immer- nicht so toll, flüchten sich weinend in die Arme der tröstenden Charlotte Engelhardt. Sie dürfen nicht um den Titel Sommermädchen kämpfen. Vielleicht, weil sie eben keine Sommermädchen, sondern gerade deswegen Glückskinder sind.

Wie man “Sommermädchen” wird, klärt sich bald auf: Als erste Aufgabe müssen die Mädchen Vier-Mann-Zelte aufbauen, in denen sie übernachten sollen. Das stößt Nancy sauer auf (”Wieso Sommermädchen – ich hab gedacht, das ist ein bisschen glamouröser”), und wirkungsvoller wird Quoten-Zicke Anastasia in Szene gesetzt. Die 18jährige Berlinerin, die ihren Mops Gucci mitbringen durfte, weigert sich, das Zelt mit aufzubauen. “Ich hab keine Lust, hier zu helfen,”, erklärt sie. “Weil erstens seh´ ich dann nicht aus, wenn ich `ne Jogginghose anzieh, und ich geh doch nicht mit meinem kurzen Kleid Zelt aufbauen, dann sieht man mein Höschen, und das ist unter meinem Niveau, das mach ich nicht.”

Irgendwie stehen die Zelte dann doch noch, und das grinsende Moderatoren-Duo klärt die Mädchen darüber auf, dass nur die nach den nächsten Wettbewerb ermittelten vier schlechtesten Sommermädchen im Zelt schlafen, der Rest darf ins Apartment.

In der ersten Übung müssen die Kandidatinnen auf einer Luftmatratze durch einen zu schmalen Pool um die Wette paddeln – Sabotage erwünscht, wie Charlotte Engelhardt schelmisch grinsend anmerkt. Als sich die Mädchen mit ohrenbetäubenden Gekreische ins Wasser stürzen, informiert vorsichtshalber der Off-Sprecher: “Falls Sie sich jetzt erst zuschalten, es sind keine Piranhas im Wasser.” Dafür bietet der Wettkampf einzigartige Möglichkeiten für den Kameramann, das Objektiv auf hektisch wippende Mädchen-Popos zu richten.

Es folgen weitere, natürlich immer Bikini-geeignete Wettbewerbe wie Tauziehen und ein Wettrutschen über eine Wasserrutsche. Gewürzt wird die groteske Show-Mischpoke mit Gezicke, Gezeter und Streitereien. Da regt sich Anastasia über die Figur einer Konkurrentin auf (”Die müsste mindestens zehn OPs machen, erst mal Fett absaugen, also wirklich ganz schlimm bei ihr, sie sollte wirklich zum Doktor gehen”) und hält später hartnäckig ihren morgens errichteten Brückenkopf im Bad gegen ihre drei Mitbewohnerinnen im Apartment. Oder Mädchen, die sich bereits nach wenigen Tagen als “beste Freundinnen” gefunden haben und tränenreich bei der Zimmeraufteilung auseinander gerissen werden. Oder auch Maggy, die strahlend vor den Kameras ihre Bisexualität verkündet und anschließend Händchen haltend mit Kandidatin Katharina den Strand entlangwandert, nur umspielt vom Rauschen des Meeres und dem Getuschel der anderen.

Sommermädchen 2009: Die Mädchen kreischen, der Off-Specher verbeißt sich das Lachen. Foto: ProSieben.

Sommermädchen 2009: Die Mädchen kreischen, der Off-Specher verbeißt sich das Lachen. Foto: ProSieben.

Die Krönung ist jedoch der sogenannte Bodycheck. In jeder Folge (doch, doch, es sind insgesamt sechs Sendungen geplant!) müssen sich die Mädchen dem Jury-Urteil über eines ihrer Körperteile stellen. Diesmal ist das Gesicht dran, was später folgt, dürfte einleuchten. Zunächst ist aber die Bodycheck-Jury dran: Nana und Martino, zwei Bengel, die angeblich als Eventmanager bzw. Plattenproduzent im glamourösen Showbusiness arbeiten, aber dennoch auf dem benachbarten Zeltplatz nächtigen (sogar der Off-Sprecher scheint an dieser Stelle mit der Fassung zu ringen), dürfen die Mädchen beurteilen und bei Nichtgefallen in den Pool schubsen.

Nicht nur den Verschmähten dämmert es, dass da was nicht stimmt: “Wer ist Nana eigentlich, wer kennt den? ” will Nancy wissen. So genau kann ihr das wohl auch niemand von ProSieben erklären. “Wir machen jetzt erst mal das Ranking, alles andere ist uns erst mal scheißegal, schließlich sind wir hier die Jury”, meint Martino. Klar ist, dass der exzentrische Lebensstil des alternden, aber in der Disziplin Fleischbeschau kompetenten Playboys Rolf Eden vermutlich das Budget der Produktion gesprengt hätte..

Immerhin gewinnt die Siegerin der Bikini-Olympiade einen Job als Reporterin beim ProSieben-Magazin taff, eine “sonnige Fernreise” mit nicht genannten Ziel und eine große Fotostrecke im Herrenmagazin FHM.

Der Zuschauer gewinnt dagegen den Eindruck, dass die Programm-Macher bei ProSieben entweder tatsächlich selbst zu lange in der Sonne waren oder das ganze Format tatsächlich als Realsatire gemeint ist.

Wie dem auch sei – die Bikini-Olympiade fand praktisch unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Nicht mal eine Million Zuschauer tauschten die kreischenden Girls gegen einen lauen Sommerabend. Auch wenn ProSieben die Nabelschau absetzt, scheint wenigstens eines sicher: Die Mädchen sehen wir garantiert wieder, beim Casting für was auch immer. Wer “Sommermädchen 2009″ werden will, ist sich für nichts zu schade.

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12 Kommentare
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  1. [...] Ich empfehle ARD, ZDF und WDR. Einen ganz tollen Artikel zu dem Desaster habe ich hier gefunden: http://www.horrorwaty.de/sommermadchen-2009-bikinimadchen-vor-die-saue-geworfen. Besser kann man es nicht auf den Punkt bringen und bestätigt meinen Artikel um so [...]

  2. man muss vor allem fragen: was ist überhaupt ein sommermädchen, bzw. was muss es können?
    ein zelt aufbauen?
    sich mit sahne einreiben??
    eine wasserrutsche hinabgleiten???
    oder einfach nur sexy aussehen?
    die ersten 3 fragen lassen sich leicht beantworten: nein, das muss kein sommermädchen können, das kann man auch spätestens mit 13 und auch wenn man kacke aussieht.
    zugegeben, die meisten kandidatinnen beim “sommermädchen” sehen ganz gut aus, auch wenn keine supermodell werden wird. die meisten sind in der liga, wie man sie in jedem freibad sehen kann.
    eine soll sogar an der almer mater weilen, aber die meisten scheinen sich in der großraumdisco zu bummbumm-mucke am wohlsten zu fühlen.
    wahrscheinlich haben sich einfach zu wenige topschnitten für die sendung gemeldet oder wollten sich für das konzept der sendung nicht entblöden.
    mal abwarten, was noch für spiele mit den mädels gemacht werden, aber ich bin mir sicher, dass die mit dem schönsten hintern und vorbau gewinnt und nicht die, die am besten gurgeln kann, den besten cocktail mixt oder den schönsten bikini trägt. die spiele sind allesamt sinnfreier blödsinn vom kindergeburtstag!
    es ist eine mischung aus realsatire und fleischbeschau, deren sinn kein produkt sein, sondern nur sich selber tragen soll.
    wer nicht nur brüste glotzen will, hat zumindest als sozialvoyeur seinen spaß: wenn bsw. die berliner asi-zicke anastasia einen auf kader loth macht, weil sie ihren köter nicht abgeben will oder sich angeblich die kauleiste verletzt haben will. nur so konnte ich die sendung aushalten; eine stunde mädels im bikini ansehen kann doch schon anstrengend sein!
    darauf erstmal einen porno, da weiß man wenigstens, was das soll!

  3. mal ganz ehrlich solche sendungen sind totaler schrott, was intressieren uns die probleme anderer Menschen.
    Der ganze Scheiss hat eh mit Big Brother angefangen. -.-

  4. Auf die Frage von Nancy :”Wer sind eigentlich die zwei Jury-Mitglieder?” hätte ich da passende und ehrliche Antwort, zu mindest zur einem der beider, nämlich den Martino..
    Im wirklichen Leben heißt er: XXXXX, aus XXXXXX, geb. XXXXXX in XXXXX…
    und ist ein Serien- und Trickbetrüger, insbesondere im Kfz-Bereich und hübsche Mädchen, die er finanziell in den Abgrund zieht…auf seinem Konto sind es mehr als 50 Vorstafen in der er rechtskräftig verurteilt ist…es gibt über 100 Geschädigte, die ich nach bedarf und Interesse Preis gebe…Information gesucht über XXXX XXXX alias “el Martino” … die dunkel Ziffer seiner Strafftaten bewegt sich ins unermessliche

    und ich frage mich wie kommt eigentlich ProSieben dazu, so einen Verbrecher zu beschäftigen… na ja vielleicht wird es bald eine Ende geben…ich hoffe es haben ihn auch andere erkannt…

  5. Aha.. Baron..

    Hääää???

  6. die moderatoren und vor allem der sprecher aus dem off scheinen eine andere sendung als ich gesehen zu haben.
    deren kommentare haben nu mal gar nix mit dem banalen irrsinn zu tun, den ich da sah.
    ich würde eine andere tonspur vorschlagen. die kann man die ganze zeit und in jeder folge bringen und es würde keinem auffallen. man müsste nur die namen manchmal austauschen. folgende tonspur schlage ich vor:

    -”cindy keift rum und zeigt ihre brüste!”

    -”nancy heult und zeigt ihren arsch!”

    -”nadine nörgelt und will aufmerksamkeit!”

    -”anastasia erzählt etwas unglaublich dummes und zeigt ihre plastikbrüste!”

    würde doch viel besser passen, oder?

  7. Ich könnte mir die Sendung auch gut bei Arte komplett ohne Originalton vorstellen. Der Titel: “Die freiwillig Verdammten! -Unsere eigene Unzulänglichkeit müssen wir feiern!”

    Aus dem Hintergrund kommen leise, traurige Pianoklänge, während Peggy unter Freudentränen erklärt (natürlich auch französisch Untertitelt), dass sie nie gedacht hätte, dass sich Nutella als Beschleuniger auf der Wasserrutsche eignet.

    Anastasia wäre für dieses Konzept perfekt:

    Die Kamera zeigt die selbsterkorene “Luxuslady” Anastasia bei ihrem täglichen Marsch durch Affektiertheit, Unbildung, Zickigkeit und dem Mangel an Geist und Güte.

    Im Hintergrund eine raue, aber kultivierte Bassstimme: “Sie nennt sich Luxuslady, aber weiß sie, was Luxus ist? Sie stellt sich dar, sie zeigt sich, aber öffnet sie sich? Das tut sie, aber es kommt keine Anastasia, sondern nur das heraus, was sie gerne darstellen möchte. Fast schon verbietet sich die Frage, ob sie das Dargestellte auch SEIN möchte.”

    (Kleine Pause mit Zwölftonmusik untermalt, dann ein Schnitt, der sie kurz im Standbild nachdenklich zeigt)

    “Sie will wohl berühmt werden, und das um jeden Preis. Laut Medienberichten hat sie sich nach bestandenem Hauptschulabschluss von einem 38 jahre älteren B-Adligem die Brustvergrößerung schenken lassen.

    (Tiefes Saxophon im Hintergrund):
    “Anastasia will es wissen, und sie wird es früher oder später erfahren. Die sogenannten “Luxusluder”, die es “wirklich geschafft” haben, sind an zehn Fingern abzuzählen.
    Wahrscheinlicher wird ein Bericht in der Bild sein, dass das “Sommermädchen” angeblich ein Kind von Prinz X oder Botschafter Y erwartet.
    Nach ein paar “Klarstellungen”, “dass das alles so nicht stimmte”, folgt eine kurze Pause. Dann der Aufmacher: “Alle wollten nur meinen Körper!”

    Dann die Schlagzeile: “Luxusgirl lebt von Harz4!”

    Kurz darauf die Meldung in der Bild (mit Hinweis auf die Verbraucherinsolvenz): “Alle wollten nur meinen Körper, wie konnte ich so naiv sein??? Jeder, der mir den Ruhm versprach, wollte sich nur in meiner Scheide entsorgen! ”

    (Melancholische Klavierklänge aus dem Hintergrund)

    “Frau X zieht ihren Sohn Jason-Scott alleine groß, ihr Schuldenbereinigungsplan wurde vom Gericht angenommen. Sie will eine Ausbildung als Heilpraktikerin beginnen.”

    (Sanfter Ausklang)

  8. also ich finde die sendung einfach nur klasse, spiel ohne grenzen im pornoland, ein herrlicher und absoluter tiefpunkt nach einführung des privatfernsehens, kurz: trash at its best. ich freu mich schon auf die restlichen sendungen und bin gar nicht gespannt darauf wer denn nun gewinnt, der weg ist schließlich das ziel. bitte mehr davon!

  9. [...] ich daß dieses Duo alle 16 Kandidatinnen locker unterbietet. Von den weiteren Jury-Exzellenzen ganz zu schweigen – besonders die beiden obercoolen und notgeilen Fachkompetenzen welche die Körper der [...]

  10. Was it by some means saved or do I need to retype the total matter?

  11. Cool!!
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